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Fremdsprachenschule Passau

Global ist gefragt

Mit einer Ausbildung zum Euro-Korrespondenten stehen viele Wege offen

In einer global agierenden Wirtschaft sind Fremdsprachen die Schlüsselkompetenz. Wer sich für Sprachen begeistert und ein Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge mitbringt, der ist mit einer Ausbildung zum Fremdsprachen- und Euro-Korrespondenten gut beraten.

An der Passauer Fremdsprachenschule, welche Teil der Berufsakademie (BAP) ist, gehen rund hundert Schüler diesem Ziel nach. „Schulische Voraussetzungen sind entweder Mittlere Reife oder Abitur, wobei sich mit Abitur die Ausbildungsdauer in der Regel um ein Jahr verkürzt “, erklärt die Schulleiterin Elke Kleinschmidt. „Mit Mittlerer Reife dauert die Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten mindestens zwei Jahre.“ Kleinschmidt erläutert: „Man wählt eine Hauptsprache, meistens Englisch, und eine oder zwei Nebensprachen.“ Die BAP bietet Englisch, Spanisch und Französisch an. Die Weiterbildung zum Euro-Korrespondenten findet dann im dritten Jahr statt. Eine der Nebensprachen wird zur zweiten Hauptsprache erweitert. Zehn Stunden pro Woche machen während der Fortbildung auch die Wirtschaftsfächer Betriebswirtschaftslehre, Außenhandelslehre, Zollwesen und Rechnungswesen aus. Julia Wimmer aus Simbach am Inn (Landkreis Rottal-Inn) ist in ihrem dritten Ausbildungsjahr an der BAP. Während der ersten zwei Jahre hat sie sich auf Englisch spezialisiert. In einem dreiwöchigen Berufspraktikum in Saint Albans, in der Nähe von London, konnte sie diese auch in der täglichen Anwendung üben. Bei der BAP ist ein Auslandsaufenthalt im jeweiligen Land, in dem die Hauptsprache gesprochen wird, Standard. In Julias drittem Jahr kommt nun auch noch Spanisch als zweite Hauptsprache dazu. Zu Beginn des Schuljahres geht es für sie gleich für drei Wochen nach Málaga, um ein besseres Gefühl für die Sprache zu entwickeln. „Dort müssen wir kein Praktikum machen, sondern besuchen eine Schule und belegen verschiedene Fächer wie etwa Wirtschaftsspanisch. Zusätzlich gehen wir zu Vorträgen und machen Firmenbesuche“, berichtet die Schülerin. Im Rahmen des Projekts „Berufsschule plus“ macht die 18-Jährige ausbildungsbegleitend das Fachabitur und möchte im Anschluss International Management oder European Studies studieren. „Die Zukunftschancen sehen gut aus, da viele Firmen Geschäftsbeziehungen ins Ausland pflegen und daher auf sprachkundiges Fachpersonal für ihre Ex- und Importgeschäfte angewiesen sind“, sagt die Schulleiterin. Die Bandbreite der Einsatzgebiete von Euro-Korrespondenten sei umfangreich und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Sie arbeiten vor allem in internationalen Konzernen, in Anwaltskanzleien, in Botschaften, in Medien und im Tourismus. Sie kümmern sich unter anderem um den Schriftverkehr wie Verträge, Rechnungen, Handelsbriefe und E-Mails. Bei Geschäftstreffen und Verhandlungen übernehmen die Korrespondenten das Dolmetschen, die Übermittlung von Sachinformationen sowie das Begrüßen von internationaler Kundschaft. In der Regel gibt es während der Ausbildung keine Ausbildungsvergütung, eher fallen Kosten durch die Berufsschule an. Fördermöglichkeiten ergeben sich etwa durch das Schüler-BAföG oder die Wohnbeihilfe. Euro-Korrespondenten sind quer durch alle Branchen gefragt. „Das Interessante an diesem Beruf ist: Womit man sich dann beschäftigt, das kann man sich selbst aussuchen“, so Schulleiterin Elke Kleinschmidt. Text: Bartel

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